Ein Vogerl fliegt in die Welt hinaus!

Ich hab ein kleines Vogerl gesehen,
das piepste, und strampelte im Nestchen fein.
Es schüttelte sich den Federnsaum,
hoch oben auf dem Kirschenbaum.

Das Elternpaar fütterte es Tag aus, Tag ein,
was nur ging in das kleine Schnäbelchen hinein.
Um 8 Uhr abends, war dann ruh,
da legten sie sich nieder,
und machten über Nacht die Äuglein zu.

Doch am Morgen so um vier,
da piepste das junge Vögelchen, so nach dem Motto,
seht ich habe Hunger, wer füttert mich wohl hier!
Das Vogelpärchen putzte das Nästchen,
und auch das liebliche Vögelchen, das Kleine,
und holten für sie Leckerbissen, besonders feine.

Da wurde geschnäbelt, dass die Federn fliegen,
das Kleine piepste und konnte nicht genug wohl kriegen!
So ging es tagelang hin und her,
nur beim Fliegen, tat das Vögelchen sich noch schwer.

Doch eines Tages konnte sie fliegen und singen,
oh wie schön, es tut klingen.
Zuerst flog sie nur kleine Kreise,
aber mit der Zeit, machte sie auch längere Reisen.

So ließ sie, die Vogeleltern jetzt allein zu Haus,
und flog vom warmen Nesterl, in die weite Welt hinaus.
So überflog sie manches Land,
bis hin zum fernen Meeresstrand.

Sie wollte übers weite Meer nun Fliegen,
sie sagte sich, auf brechen und auf biegen,
ich werde es wohl locker überfliegen!
Doch Sturm und Regen setzten dem Vöglein zu,
die Kraft ließ in den Flügeln nach,
da piepste sie und rief in ihrer Not: Liebe Mutter wo bist du!
Doch keine Mutter war nun da,
die sie beschützte, wie sie klein noch war.

Und in der tiefsten Not,
da sah sie ein Riesen großes Boot.
Ja, ein Boot, so groß wie eine kleine Stadt,
wo sie eine Bauchlandung nun machte,
schon sehr erschöpft und matt.

Ein Matrose auf der Schiffsbrücke hatte das gesehen,
und man hat das Mitleid, in seinem Blick gesehen.
Ist hinaus aufs Deck und hat es gerettet
und in seiner Kabine, in eine Decke wohl gebettet.

Der Matrose und das Vöglein sind Freunde nun geworden
und als blinder Passagier,
war das für längere Zeit, nun ihr Hauptquartier.
So sang das Vögelchen tagtäglich, aus voller Brust
, um ihren Freund dem Matrosen, zu zeigen ihre Gunst!
Doch dass jede Überfahrt mal ein Ende hat, ist ja klar,
hat gedauert, über ein ganzes Jahr.
So lebte das Vögelchen froh und heiter,
mit dem jetzt ehemaligen Matrosen, als Wegbegleiter.

So zogen sie gemeinsam, in der Welt umher,
doch das Heimweh, spürten beide sehr!

Um zum Schluss zu kommen, fanden beide wieder heim,
weil am schönsten ist es, in der Heimat wohl zu sein!

© 2003 Ramharter Franz