Ich schick dir einen Engel !

Ich schick dir einen Engel,
der dich liebt und bei dir ist,
der dich behütet und nie vergißt,
und der dich tröstet wenn du traurig bist.

Der bei dir ist in Freud und Leid,
der dir auch deine kleinen Fehler verzeiht.
Der zu dir steht, ob du weinst oder lachst,
aufpasst , wenn du Dummheiten machst.

Er fängt den Tag schon mit dir an,
beschützt dich auch auf der Autobahn.
Und wenn du auf Reisen wirst sein,
bringt er dich immer wieder sicher heim.

Gehst du abends dann zur Ruh,
deckt er dich mit süßen Träumen zu.
Stärkt dich in all deinem Streben,
um einmal deinen Traum zu leben.

Gesundheit schenkt er dir als höchstes Gut,
dazu eine große Portion von Mut.
Vor nichts und niemanden Angst zu haben,
deinen Stolz auch immer zu bewahren.

Und Liebe gibt er dir, für dich und zum verschenken,
hilft dir, immer positiv zu denken.
Lenkt deine Wege immer nur vorwärts, nie zurück,
schenkt dir Frieden und bringt dir auch Glück!

Copyright 2004 © Marianne Wechselberger

Es gibt auch ein Buch von Marianne Wechselberger, kann es jedem nur empfehlen, wunderschöne Gedichte,

Marianne Wechselberger
Ich schick’ dir einen Engel
Preis: € 15,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seiten: 138
ISBN: 978-3-85022-044-6
Veröffentlichung: 08/2007
Neue Rechtschreibung,
zahlreiche SW-Abbildungen
Durchschnittliche Kundenbewertung: Sehr gut

Bitte hier zu bestellen!


Nino und sein Schutzengel!

Nino kam blind auf die Welt. Er wohnte bis zu seiner Einschulung in einem kleinen Ort wo fast jeder Jeden kannte. Er konnte mit seiner Behinderung gut leben und vermisste nichts in seinem Leben. Er hatte ein liebesvolles Elternhaus und fühlte sich dort sicher und geborgen. Den Kindergarten besuchte Nino mit vielen anderen Kindern, die allerdings alle sehen konnten. Aber in dem kleinen Ort wo Nino aufwuchs, wussten die Kinder von der Blindheit ihres kleinen Freundes und akzeptierten das auch. Dies sollte sich aber bald ändern.

In den Sommerferien übersiedelte Nino mit seinen Eltern und den zwei Katzen in eine größere Stadt. Der Vater hatte dort schon lange einen neuen Job gesucht und ihn schließlich nach langen Warten auch bekommen. Nino hatte in der Stadt die Chance in eine Blindenschule zu gehen. Und das war der Grund weshalb die Familie aus dem kleinen Ort in die Großstadt zog. Denn Nino in ein Internat zu geben, das war für Ninos Eltern kein Thema. Sie liebten ihren blinden Sohn und wollten nur sein Bestes und ihn bei sich haben.In den Sommerferien übersiedelte Nino mit seinen Eltern und den zwei Katzen in eine größere Stadt. Der Vater hatte dort schon lange einen neuen Job gesucht und ihn schließlich nach langen Warten auch bekommen. Nino hatte in der Stadt die Chance in eine Blindenschule zu gehen. Und das war der Grund weshalb die Familie aus dem kleinen Ort in die Großstadt zog. Denn Nino in ein Internat zu geben, das war für Ninos Eltern kein Thema. Sie liebten ihren blinden Sohn und wollten nur sein Bestes und ihn bei sich haben.

Die Eltern hatten am Stadtrand ein kleines Haus mit einem Garten zur Miete bekommen, damit Nino nicht zuviel Heimweh bekam. Er liebte es in der freien Natur zu sein, obwohl er weder die Sonne, noch die grüne Wiese oder die wunderschönen bunten Blumen sehen konnte. Aber Nino war ein sensibles Kind und sah mit dem Herzen. Er konnte ohne das seine Augen sehen konnten, viel mehr wahrnehmen als andere Kinder die gesunde Augen hatten. Nino wollte auch hier in seiner neuen Heimat wie in seinem vorherigen Zuhause auf den Spielplatz gehen und sich mit den anderen Kindern treffen. Am Anfang begleitete ihn seine Mutter in den Park, wo ein herrlicher Spielplatz mit tollen Spielgeräten war. Ein paar Kinder spielten mit ihm, fanden aber nicht allzu großes Interesse an den blinden Jungen. Durch sein Nicht sehen können, konnte er nicht wie die Anderen herumtollen und so wurde er schnell zum Außenseiter. Die anderen Kinder konnten mit seinem Anderssein nicht umgehen und spielten lieber mit Gleichgesinnten.

Trotzdem bat Nino seine Mama ihn zum Spielplatz zu bringen und später wieder abzuholen.

Die Mutter hatte kein gutes Gefühl ihren blinden Jungen alleine in der fremden Umgebung zu lassen, aber Nino sagte:" Mama, ich bin doch schon ein großer Junge."

Die Mutter gab schließlich nach und brachte Nino alleine zum Spielplatz, um ihn später wieder abzuholen. Kaum war sie weg, baute sich eine Gruppe Kinder um ihn auf und bildete einen Kreis um ihn.

"Hey Blinder", rief der Anführer der Kinderbande. "Hallo", sagte Nino und streckte die Hand freundlich zum Gruß in die Richtung der Stimme.
Marco, so hieß der andere Junge, der nur Böses im Sinn hatte, bückte sich griff in eine Regenpfütze und schmierte Nino Schlamm auf die ausgestreckte Hand. Nino sah ja nicht, was der Junge ihm auf die Hand schmierte und fuhr sich mit der Hand ins Gesicht, das sich vom Dreck Schwarz färbte. Die Kindergruppe fing an zu lachen und zu brüllen und erfreute sich über die Hilflosigkeiten des blinden Jungen.

Nino fing zu weinen an. " Ich will nach Hause." Er wollte aus diesem Kreis fliehen, aber Marco packte ihn an der Hand und rief. "Hey Blinder, du darfst erst weg, wenn du uns sagen kannst, welche Farben der Regenbogen dort am Himmel hat".
Wieder schallendes Gelächter von der Kinderschar. Und ein weinender kleiner, blinder Bub umzingelt von einer Gruppe grausamer Kinder. Wie sollte Nino ihnen die Farbe des Regenbogens sagen, wo er doch blind war und keine Farben kannte.
Auf einmal trennte eine kräftige Männerhand den Kreis der spöttischen Kinder und hob den weinenden Buben vom Boden auf. Es war Ninos Vater.
Die schlimmen Kinder liefen eilends davon ohne das Ninos Vater sie zur Rechenschaft ziehen konnte.
Nino konnte es nicht verstehen, dass Kinder so grausam sein konnten und weinte sich abends in seinem Bett in den Schlaf. Ihm fehlten seine Freunde aus der alten Heimat. Er wollte doch Kontakt zu anderen Kindern haben, mit ihnen spielen, mit ihnen reden.
Aber er getraute sich nicht mehr auf den Spielplatz. Zu tief war die Angst vor den bösen Kindern. Jeden Abend weinte er vor dem Einschlafen und war unendlich traurig, dass er keine Freunde mehr zum spielen hatte. Eines Abends, als die Tränen wieder über seine Wangen kullerten, spürte er eine sanfte Umarmung. Es war aber nicht seine Mama, es war etwas Fremdes, dass ihn zart berührte. Und trotz seiner Blindheit, kam es ihm vor, als ob ein heller Schein seine Dunkelheit durchbricht. "Wer ist da?" fragte Nino erschrocken. "Fürchte dich nicht Nino", sagte eine zarte, freundliche Stimme. " Ich bin es, dein Schutzengel. Alle Kinder auf der Erde haben einen Schutzengel Nino. Wir begleiten beschützen euch das ganze Leben lang. Das hat dir deine Mama doch schon oft erzählt, oder?"
" Und wo warst du Engel, als die Kinder über mich gelacht haben. Wo hast du mich da beschützt?" rief Nino enttäuscht. "Ich habe dir damals deinen Vater geschickt Nino und es ist dir nichts passiert", sagte der Engel sanft. "Und warum bin ICH blind und dieser böse Marco kann den Regenbogen sehen?" Nino wurde immer lauter. "Nino, jeder Mensch hat seine Bestimmungen auf dieser Welt. Auch DU. Bitte deine Eltern dir eine Gitarre zu kaufen. Du wirst wunderschöne Musik machen und du wirst dazu singen und die Menschen, sie werden zu deinen Konzerten kommen und dich lieben. Marco wird in seinem ganzen Leben nicht so viele Freunde haben wie du sie haben wirst." "Ach, du lügst Engel", fuhr Nino hoch. "Ich kann keine Noten lesen, wie sollte ich da Musik machen?"
" Du bist zwar blind Nino, aber der liebe Gott hat dir ein ausgeprägtes Gehör geschenkt. Du wirst nach deinem Gehör spielen und du wirst mit deinen Liedern die Menschen auf der ganzen Welt begeistern. Ich werde dir dabei helfen und dir immer zur Seite stehen". Der Engel verabschiedete sich nun freundlich von seinen Schützling. Nino verspürte plötzlich kühlere Luft in seinem Zimmer wie aus einem Ventilator kommend, doch es war der Engel, der seine Flügel ausbreitete und in die Nacht hinaus flog. Es wurde still in Ninos Zimmer und in dieser Nacht träumte er, dass er auf einer großen Bühne stand, Gitarre spielte und seine Lieder sang und der Applaus der Menschen zeigte ihm, wie sehr sie ihn liebten."

Dieser Traum erfüllte sich Jahre später: Erst bekam Nino seine Gitarre, dann lernte er darauf zu spielen. Erst war es mühsam, aber als immer schönere Töne unter Ninos Händen erklangen, packte ihn der Ehrgeiz und er übte und übte. Sein Schutzengel begleitete ihn, machte ihn Mut und brachte ihn zu Höchstleistungen. Mit seinem Lied "Your Angel Eyes" was ja "Deine Engelsaugen" heißt, schaffte es Nino ein Star zu werden. Die Konzerthallen waren voll besetzt, weil der blinde Musiker Nino seiner Gitarre himmlische Klänge entlockte und die Menschen in Massen anzog. Nach seinen Auftritten bildeten die Menschen einen Kreis um ihn, um ein Autogramm von ihm zu bekommen, um ihn zu fotografieren und um ihn nah zu sein. Er dachte dann manchmal an den Spielplatz, wie die Kinder damals einen Kreis bildeten und so gemein zu ihm waren.
Diesmal waren es Menschen, die ihn nicht verspotteten, es waren Menschen, die ihn liebten und verehrten. Eine Wärme ging von diesen Menschen aus und Nino war es so, als könnte er die Farben des Regenbogens nicht mit Augen sondern mit dem Herzen sehen.

Beitrag von Autorin Marianne Wechselberger zum Hans Christian Andersentag am 02.04.2011
Copyright 2011 © Marianne Wechselberger


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